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  Armin Mueller-Stahl 
   
 
Geboren wurde Armin Mueller-Stahl am 17. Dezember 1930 im ostpreußischen Tilsit und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit in der Nähe von Königs-berg. Er studierte Musikwissenschaft und Violine an der Musikhochschule und am Sternschen Konservatorium in Westberlin und schloss die Ausbildung mit einem Examen zum Konzertgeiger und einem Examen zum Musiklehrer ab. In dieser Zeit begann er auch zu malen.
Ein Jahr lang war er als Dozent tätig, bevor er in den Schauspielberuf wechselte. Das Schauspielstudium musste er jedoch nach einem Jahr wegen „mangelnder Begabung“ abbrechen, doch das konnte ihn nicht von seinem Vorha-ben abbringen. 1952 erhielt er sein erstes Engagement am Berliner Theater am Schiffbauerdamm, dessen Ensemble 1954 zur Berliner Volksbühne übersiedelte. 25 Jahre blieb Armin Mueller-Stahl dort Mitglied und war in klassischen Rollen ebenso zu sehen wie in modernen. Unter anderem spielte er den Spitta in Gerhart Hauptmanns „Ratten“, den Bruder Martin in Bernard Shaws „Die heilige Johanna“ oder den Wurm in Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“. 1956 bekam Armin Mueller-Stahl seine erste Filmrolle in Gustav von Wangen-heims „Heimliche Ehen“. Seinen Durchbruch hatte er jedoch erst 1960 mit dem vierteiligen Fernsehfilm „Flucht aus der Hölle“. Seiner Darstellung des Hans Röder in diesem politischen Abenteuerfilm verdankte er später wichtige Rollen in DEFA-Spielfilmen und im DDR-Fernsehen, darunter „Fünf Patronenhülsen“ 1960 und „Nackt unter Wölfen“ 1963.
Armin Mueller-Stahl avancierte zum meistbeschäftigten Schauspieler der DDR. In den 23 Jahren, in denen er für die DEFA und das DDR-Fernsehen drehte, spielte er Haupt- und Nebenrollen in 41 Filmen quer durch alle Genres und unter zahlreichen namhaften Regisseuren: Egon Günther, Kurt Maetzig, Günther Reisch oder Ulrich Thein. Fünf Jahre hintereinander wurde er vom Publikum zum „beliebtesten Schauspieler der DDR“ und 1975 zum „DDR-Fernsehkünstler des Jahres“ gewählt, bis er ein Jahr später zu denen gehörte, die die Resolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichneten. Danach blieben, nicht nur für ihn, die Angebote aus.
1979 bekam Armin Mueller-Stahl ein auf drei Jahre befristetes Ausreisevisum und siedelte 1980 mit Frau und Sohn nach Westberlin über. Dort hielt sich die Familie zunächst durch seinen ersten Roman „Verordneter Sonntag“ finanziell über Wasser. Später konnte er seine Film- und Fernsehkarriere erfolgreich fortsetzen, was nicht allen ausgereisten DDR-Schauspielern gelang. Im Kino machten ihn Rainer Werner Fassbinders „Lola“ (1981) und „Der Westen leuchtet“ von Nikolaus Schilling (1981) zu einem gefragten Charakterdarsteller. International renommierte Regisseure wie Andrzej Wajda oder Patrice Chéreau verpflichteten ihn für große Produktionen.
Armin Mueller-Stahl eroberte Hollywood 1989 mit seinem Amerika-Debüt „Music Box“, in dem er einen ungarischen Emigranten spielt, der 30 Jahre nach dem Hitler-Regime wegen Naziverbrechen in den USA angeklagt wird. Ein Jahr später avancierte er als Sam Krichinsky in seinem zweiten Hollywood-Film
„Avalon“ zum Oscar-Anwärter. Hoch gelobt wurde auch seine Darstellung des Vater Bronstein in Jerzy Kawalerowiczs Adaption von Jurek Beckers Roman „Bronsteins Kinder“ 1990. 1992 bekam er den Silbernen Bären für seine Dar-stellung eines auf Meißner Porzellan versessenen Barons im Film „Utz“. Volker Schlöndorff verpflichtete ihn 1996 für „Der Unhold“. Ein Jahr später gab Armin Mueller-Stahl sein Debüt als Regisseur mit der Produktion „Gespräch mit dem Biest“, für das er auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielte – einen 103-jährigen Doppelgänger Adolf Hitlers. 1997 machte der Darsteller mit einer Nebenrolle in dem australischen Film „Shine“ auf sich aufmerksam, mit der er als „bester Darsteller einer Nebenrolle“ für den Oscar nominiert wurde. In den USA war er dann auch in einigen Action-Filmen zu sehen, darunter „Project: Peacemaker“ und „The Game“.
Ein besonders positives Echo unter den Kritikern rief 2001 Heinrich Breloers Fernsehspiel „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ hervor, bei dem der längst in den Rang der Hollywood-Stars aufgenommene Schauspieler den deutschen Schriftsteller Thomas Mann verkörperte. Der Film zeichnet die Geschichte der Familie Mann von den 1920er-Jahren bis zum Tod Manns 1955 nach und stützt sich dabei vor allem auf Erinnerungen von dessen Tochter Elisabeth Mann-Borgese. 2001 wurde Armin Mueller-Stahl für seine darstellerische Leistung mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
„Das Malen, Schreiben, Musizieren und die Schauspielerei gehören für mich einfach zusammen.“ Neben der Schauspielerei und der Musik spielt das Malen eine bedeutende Rolle im Leben von Armin Mueller-Stahl. 2001 war im Potsdamer Filmmuseum eine Ausstellung mit einer Auswahl seiner Werke zu sehen, vorwiegend Skizzen und Porträts von Freunden und Kollegen.
Letztes Jahr widmeten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern dem Künstler erstmals eine große Werkschau, als Hommage an seine vielfältige Schaffenskraft. Sie umfasste auch die Ausstellung „Menschenbilder“, eine große Auswahl der Werke Mueller-Stahls mit Malereien und Grafiken aus den Zyklen „Urfaust“ und „Night on Earth – Day on Earth“ sowie Musikerporträts.
Seit langem hat sich Armin Mueller-Stahl auch als Autor einen Namen gemacht. 1981 erschien „Verordneter Sonntag“. Es folgten u.a. „Drehtage“ (1991), „Unterwegs nach Hause“ (Erinnerungen, 1997), „In Gedanken an Marie-Louise. Eine Liebesgeschichte“ (1998) und „Rollenspiel“, sein Tagebuch während der Dreharbeiten für den Film „Die Manns“ (2001). 2004 erschien die Erzählung „Hannah“, 2005 „Venice – Ein amerikanisches Tagebuch“ und 2006 „Das Kettenkarussel – 10 Erzählungen“ im Aufbau-Verlag.

Konzerte:

Fr. 15.06.2007, 19:30 Uhr, Musik und Literatur, Stralsund, St. Jakobikirche

Sa. 16.06.2007, 17:00 Uhr, Musik und Literatur, Ulrichshusen, Festspielscheune




 
   
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